Karhulanvaara - The Beary Hill

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Geschichte

In Karhulanvaara treffen Sie finnische Persönlichkeiten

• Der Schriftsteller Elias Lönnrot (1802-1884) besuchte auf seinen Reisen, als er Kreisarzt in Kajaanis Amtsbezirk in den Jahren 1833-1853 war, häufig das Pfarrhaus um Gedichten zusammenzutragen.
• Kari Saksa der Jüngere (1796-1849) war der zweite Kaplan der Kirchengemeinde, Freund von  Lönnrot und hat maßgebend die finnische Sprache entwickelt („Mehiläinen” und „Oulun Wiikko”-Zeitungen).
• Isa Asp (1853-1872) war während ihrer Zeit, die sie in Suomussalmi wohnte, häufig Gast bei der Familie Lilius. Sie besuchte den Konfirmandenunterricht in Suomussalmi zu Zeiten als E. Snellman dort als Vikar tätig war (1870-1875).
• K. J. Ståhlberg (1865-1952) wurde als Sohn eines Hilfspfarrers im Pfarrhaus geboren. August Benjamin Calamnius (1834-1915) war mit längster Amtszeit Vikar in Suomussalmi.
• Ilmari Kianto (1874-1970) wuchs als jüngster Spross der Familie Calamnius auf und hat das Pfarrhaus u.a. in seinem Buch Vanha Pappila („Das alte Pfarrhaus“) beschrieben.
• Toivo Janhonen (1886-1939) war langjähriger Vikar in Suomussalmi, Volksvertreter (1924-1939) und Minister (1938-1939).

Kulturmekka Karhulanvaara

Als Gründungsvater der Karhulanvaara-Anlage gilt Pekka Karhu (Peer Brokko), „der aus Russland kam und nach Russland zurückkehrte“. Die Anlage ging später in den Besitz der Familie Tapio über. Von Matti Tapio wurde die Nutzung der Anlage an Kari Saksa, dem ersten Kaplan der Suomussalmi Kapellengemeinde, übergeben. (Quelle: Helinä Romppanen, Rajoilla rajan pappilassa - Pappilaelämää Suomussalmen Karhulanvaaralla. Universität Turku. 2008)
Die Erinnerungstafel am Geburtshaus von Ståhlberg, die sich an der Stelle des kleinen Pfarrhaus befindet, informiert darüber, dass der erste Präsident Finnlands (1919-1925) in Karhulanvaara geboren wurde. Seine Familie war eine in Kainuu wohl bekannte Beamtenfamilie. Präsident Ståhlberg war in Suomussalmi 1921 zu Besuch. Ilmari Kianto hat diesen Besuch als Traum von Jooseppi in seinem Roman „Ryysyrannan Jooseppi” verewigt. Das kleine Pfarrhaus war Bestandteil des Hofgeländes des Pfarrhauses.
Die Hauptgebäude der Pfarrhäuser formten ein traditionelles, quadratisches und abgegrenztes Hofgelände am oberen Ende des heutigen Fichtestreifens. Die Gänseblümchen (Bellis Perennis) haben sich all die Jahrzehnte zäh auf der Wiese gehalten. Laut den Angaben der ersten Rektorin der Lehranstalt, Irma Virkkala-Parnela (1962-1997), stammen die Gänseblümchen aus der Zeit des Kaplans (1917-1935) Toivo Janhonen.

Die Felder auf dem Hügel sind noch dieselben wie zu Zeiten des Pfarrhauses. Nach der staatlich angeordneten großen Flurbereinigung wurde aus dem Pfarrhaus eindeutig der größte Bauernhof in Suomussalmi mit beinahe 2000 ha. Unter den meisten Pfarrern waren die Felder verpachtet oder wurden von dem Landwirtschaften des Pfarrhauses bestellt. Schon zu Zeiten des ersten Kaplans der Kapellengemeinde (Kari Saksa 1786-1821) wurde Kartoffelanbau betrieben. Als dem Hauswirtschafter der Kirche Bratkartoffeln angeboten wurden, sagte er: "Das hier und etwas Fett und ich würde sogar einen Teerpinsel verspeisen."

Kühe und Schafe gab es schon seit Urzeiten in jedem Haus in Suomussalmi. Zu Zeiten von Elias Lönnrot wurden die Kühe und Schafe noch auf den Feldern am Waldrand vom Hirten bewacht. Manchmal hat Lönnrot sich zu ihnen gesellt und auf seinem Birkenrindenhorn („tuohitorvi”) gespielt. Über den letzten Kaplan des alten Pfarrhauses (1935-1970), Lauri Säippä, wird gesagt, er hätte, als er nach Suomussalmi kam, eine große Herde mit sich gebracht. Ackerbau und Viehzucht wurde mit Gründung der Hauswirtschaftsschule (1962) wieder neu aufgenommen.

Der Garten und die Kräuterbeete erinnern an die Zeiten der Volksheilung und die von Lönnrot bevorzugte Kräuterbehandlungen. Zum Beispiel hat er aus Rhabarber einen Saft für Kinder mit Bauchschmerzen hergestellt: Eine luoti (luoti = 13-15 g) Rhabarbermehl wurde mit einer Tasse kochendem Wasser vermengt. Dazu wurde 1/10 Einheiten „luoti“ Potasche gegeben. Die Brühe musste einen halben Tag leise vor sich hinköcheln. Die gefilterte Brühe wird dem Kind 4-5 Mal täglich verabreicht. Auf den Kräuterbeeten befand sich auch ein „Hopfenzimmer, ein altes Skelett, das sich zum Mitsommerfest mit jungfräuchlichem Laub verkleidet”, schreibt Kianto.

Der im Hof von Karhulanvaara befindliche Sockel könnte vom „Mädchenzimmer“ kommen.
Rund um das Pfarrhaus befanden sich seinerzeit Dutzende Hauswirtschaftsgebäude. Kianto beschreibt, dass sich rund um das Pfarrhaus u.a. ein Hühner- und Schweinestall, ein langgezogener Kuhstall, ein Stallgebäude sowie kleine Scheunen befanden. Es gab einen Pferdestall, Holzschuppen und einige Toilettenhäuschen. Saunas gab es zwei an der Zahl: eine für die Bediensteten und eine für die Familienmitglieder. Sogar noch zu Zeiten der Ankunft der Familie Calamnius wurde das Wasser für den Kuhstall in der Kote erhitzt. Das Hauptgebäude bestand aus zehn Zimmern: aus Sälen, Kanzleien, Küchen und sogenannten „förmakes“ (Flur, Aufenthaltsraum).

Die alten Baumbestände der Wälder stammen aus der Zeit von Lönnrot. „Schön ist es, als Hasenwelpe geschützt am Fuße der Fichte zu liegen, wenn der Herbstwind durch den Wald bläst. Doch Gott wird Sorge dafür tragen, dass der Ast, unter dem der Hasenwelpe ruht, nicht auf den Kleinen kracht! Mögen die anderen Bäume umfallen, aber dieser bleibt standhaft…“, schreibt Kianto. Häufig hat auch Lönnrot auf seinen Reisen unter den Bäumen geschlafen; manchmal störten die Mücken, manchmal kamen die Kühe und weckten ihn mit ihrer rauen Zunge. Im Wald, am Rande des Feldes finden sich noch die Grundmauern einiger Gebäude. Die Windmühle befand sich seinerzeit am nördlichen Rand dieser Felder. Isa Asp, die erste Frau, die in der finnischen Sprache Gedichte verfasst hat, ist in jungen Jahren häufig den Pfarrberg entlang gerannt. Sie war damals zu Zeiten des dritten Kaplans (1848-1867) als Gesellschaftsdame in Begleitung der Pflegetochter der Familie von Karl Adolf Lilius mit von der Partie. Die Pfade rund um das Pfarrhaus sind heute noch im Hof zu finden, entlang derer Isa wohl über Haukiperä nach Ämmänruukki schritt. Vom Hofe sah man die Wellen des Kianta-Sees, die Isa ihrerzeit so beeindruckt haben. Der Pfad zum Ufer zu dem großen weißen Sandstrand nahe des Pfarrhauses, führt einen gen Norden. Dort befand sich ein Wachespeicher aus der Zeit des Kleinen Unfriedens. Der Speicher war während der Zeit der Familie Calamnius (1879-1915) gedeckt und abgesichert.

Dort befanden sich ebenfalls die Boote.
Ilmari Kianto vermutet, dass es Gott egal gewesen wäre, auch wenn er das Netz in den Teich Hamppulampi geworfen hätte, wo sich nur junge Frösche tummelten. Hauptsache das Netz wurde entwirrt, schreibt Kianto. Die alte Straße entlang gingen die Mitglieder der Kirchengemeinde zum Pfarrhaus und die Pfarrer zur Kirche. Die Straße wurde 1825 zurzeit von Kari Saksa dem Jüngeren (1822-1847) fertig gestellt. Diese Straße war ca. 40 Jahre die einzige Straße in Suomussalmi. Von hier führte auch ein Pfad Richtung Vuokki, die Gedichtdörfer von Viena und entlang des roten Speichers.


(Historische Quelle: Karhulanvaaran kulttuurikierros. Verfasser Suomussalmi-opisto:
Helinä Romppanen, Mika Pouke, Ilkka Juntunen, Anneli Louhela.)

 


        

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